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19.03.2018, 09:03 Uhr
Unbegründete Diesel-Hysterie
Erschienen am 17.03.2018 im Rahmen einer Kolumne im Hanauer Anzeiger
In kaum einem anderen Land sägt eine Gesellschaft so stark an dem Ast, auf dem sie sitzt. Die Diskussion um die Abschaffung des Diesel-Motors zeigt eine deutsche Haltung, die mit einer aufgeklärten Diskussion nichts zu tun hat. Sie schadet der Automobilindustrie, eine der Schlüsselbranchen unserer Wirtschaft. Aber sie schadet auch den vielen Handwerkern und Autobesitzern, denen nicht klar ist, wo der Weg mit ihrem Diesel-Fahrzeug hinführt.
Landtagsabgeordneter Heiko Kasseckert
Dabei geht es schon lange nicht mehr um Differenzierung oder Aufklärung, sondern um Anklage. Richtig ist, dass einige Automobilhersteller bewusst Gesetze gebrochen, manipuliert und betrogen haben. Das sind Straftatbestände, und sie gehören geahndet. Mehr noch, dort wo Manipulation stattgefunden hat, muss die Automobilindustrie auf ihre Kosten den Schaden ersetzen. Ohne Wenn und Aber. Damit aber die gesamte Dieselbranche zu verdammen, ist eine Farce. Der Dieselmotor gehört zu den besten Antriebsaggregaten weltweit, mit hoher Effizienz und besserer Ökobilanz als ein Benzinmotor. Es ist deutsche Ingenieurskunst, die wir gerade auf dem Altar der Umweltaktivisten und Gesellschaftsmodernisierer opfern. Munter wird der Diesel für die Feinstaubbelastung in Städten verantwortlich gemacht. Dabei ist der Anteil der Feinstaubbelastung durch ein Dieselfahrzeug so gering, dass er kaum messbar nachzuweisen ist. Es geht um die Stickoxide, deren Grenzwerte politische Ziele sind, keine wissenschaftlichen. Am Arbeitsplatz dürfen es 950 Mikrogramm je Kubikmeter sein, im Straßenverkehr gerade mal 40 Mikrogramm. Keineswegs haben sich unsere Innenstädte deshalb in Stickoxidhöllen verwandelt. Im Gegenteil. Laut Bundesumweltamt sind die Stickoxidemissionen im Straßenverkehr seit 1990 um nahezu 70 Prozent gesunken. Die Luft in unseren Innenstädten ist also deutlich besser als je zuvor. Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes reagiert glücklicherweise ausgewogen und betrachtet Fahrverbote zwar als zulässig, aber als letztes Mittel der Wahl. Wir sollten unser Alltagsleben und die Mobilität nicht in die Hände von ein paar selbsternannten Weltverbesserern legen. Dass die „Deutsche Umwelthilfe“ von ausländischen Fahrzeugherstellen mitfinanziert wird und durch zweifelhafte Abmahnmethoden, mit deren Hilfe man als „klageberechtigter Verbraucherschutzverband“ bei Mittelständlern und Privatpersonen abkassiert, macht die Sache doppelt peinlich. Der Austausch und die Modernisierung der Fahrzeuge, der Einsatz von Elektro-, Hybrid- oder alternativen Antriebsformen wird die Situation weiter verbessern, auch ohne Fahrverbote. Die Verbraucher müssen darauf vertrauen können, dass es nicht über Nacht zum massiven Wertverlust ihrer Fahrzeuge kommt.
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