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11.06.2019, 13:30 Uhr
Vereinter Protest erfolgreich: Keine Wechselstromtrasse durch den Main-Kinzig-Kreis
P43 soll wie geplant durch Unterfranken und nicht durch Südhessen verlaufen
Der gemeinsame Schulterschluss war erfolgreich: Wie die beiden heimischen Bundestagsabgeordneten Dr. Katja Leikert (CDU) und Dr. Sascha Raabe (SPD) mitteilen, wird die Hochspannungs-Wechselstromtrasse P43 nun aller Voraussicht nach doch wie geplant durch Unterfranken und nicht – wie seitens des Freistaates Bayern gefordert – durch Südhessen und damit durch den Main-Kinzig-Kreis verlaufen.

Um die Belastung für die betroffenen Anwohner in Bayern so gering wie möglich zu halten, soll die Trasse soweit wie möglich in Erdverkabelung gebaut werden.So sieht es der Lösungsvorschlag des Bundeswirtschaftsministeriums vor, der an die Bundesnetzagentur übermittelt wurde.

Unter der Federführung von Leikert und Raabe hatten über 40 hessische Politiker aus Land und Bund – darunter auch die Bundestagsabgeordneten Dr. Peter Tauber (CDU) und Bettina Müller (SPD) sowie die Landtagsabgeordneten Max Schad, Heiko Kasseckert, Michael Reul (alle CDU) sowie Christoph Degen und Heinz Lotz (beide SPD) –  bei Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier gegen die Forderungen aus Bayern interveniert.

Die Abgeordneten hatten unter anderem darauf hingewiesen, dass die Ursprungsvariante P43 von Mecklar nach Grafenrheinfeld auch im zweiten Entwurf des Netzentwicklungsplanes  2030 von den Netzbetreibern als die netztechnisch effizienteste Trassenführung bewertet wurde. Diese Variante war auch vom Deutschen Bundestag im gültigen Bundesbedarfsplan bestätigt worden. 

Die alternative Trassenführung durch das dichtbesiedelte Südhessen wäre hingegen  nicht nur länger, sondern auch deutlich teurer geworden. Der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne), der sich genauso wie die Kreisbeigeordnete Susanne Simmler (SPD), ebenfalls deutlich gegen den Bau von P43mod positioniert hatte, sprach von Mehrkosten im dreistelligen Millionenbereich. 

Für die Kommunen entlang der Strecke hätte die alternative Trassenführung große Unsicherheiten bei der Ausweisung neuer Baugebiete mit sich gebracht – nicht nur im Hinblick auf die angespannte Wohnraumsituation im Rhein-Main-Gebiet für Leikert, Raabe und ihre Kollegen ein weiterer Ausschlussgrund für den Bau von P43mod. 

„Wir sind  hier nicht nach dem St. Florians-Prinzip aktiv geworden, sondern auf Basis von Fakten. Wenn wir die Bürgerinnen und Bürger bei der Energiewende mitnehmen wollen, dann müssen am Ende die besseren Argumente den Ausschlag geben. Das ist hier der Fall und deswegen sind wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, so Leikert und Raabe. Und weiter: „Der nun vorliegende Entwurf ist ein guter Kompromiss, der sowohl den Erfordernissen der Energiewende, die wir aktiv vorantreiben wollen, als auch den Bedürfnissen der betroffenen Bürgerinnen und Bürger Rechnung trägt. Die Tatsache, dass ein Großteil der Strecke unterirdisch verlaufen, und dass eine zweite geplante Stromtrasse, die so genannte P44 von Grafenrheinfeld ins thüringische Schalkau, komplett entfallen soll, zeigt, dass das Bundeswirtschaftsministerium hier trotz unterschiedlicher Interessenslagen eine tragfähige Lösung mit Augenmaß gefunden hat.“

 

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