Presse
06.10.2017, 08:36 Uhr
Katja Leikert: „Der Krebs unterscheidet nicht nach Parteibüchern“
CDU-Gesundheitsexpertin begrüßt Projekt zur HPV-Schutzimpfung an Hanauer Schulen und fordert Main-Kinzig-Kreis erneut zur Nachahmung auf
Ein kleiner Pieks kann Leben retten: Dank der HPV-Schutzimpfung für junge Frauen kann das Risiko, später an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, mittlerweile signifikant reduziert werden. „Leider machen immer noch viel zu wenige Eltern von diesem Angebot Gebrauch. Derzeit sind nur rund 22 Prozent aller Mädchen in Hessen geimpft“, bedauert Dr. Katja Leikert im Namen der CDU-Kreistagsfraktion. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich die Hanauer Bundestagsabgeordnete, selbst Mutter zweier Mädchen im Grundschulalter und in Berlin Mitglied des Gesundheitsausschusses, vehement dafür eingesetzt, dass sich der Main-Kinzig-Kreis am Programm „HPV-Schutzimpfung“ des Hessischen Sozialministeriums beteiligt – bislang leider ohne Erfolg, denn u.a. SPD und Grüne im Kreistag lehnten den Vorstoß der Christdemokraten ab.
Dr. Katja Leikert (MdB)
„Umso glücklicher bin ich, dass man sich zumindest bei der Stadt Hanau von dieser für mich nicht nachvollziehbaren Fehlentscheidung nicht hat irritieren lassen. Das neu geschaffene Angebot, an der Friedrich-Ebert-, der Erich-Kästner- und der Gebeschusschule in Kooperation mit dem Gesundheitsnetzwerk Rhein-Neckar die Eltern über Chancen und Nebenwirkungen der HPV-Schutzimpfung zu informieren, ist aus meiner Sicht goldrichtig und der einzig verantwortungsvolle Umgang mit diesem wichtigen Thema“, so Leikert. Ebenso erfreut habe sie zur Kenntnis genommen, dass offenbar weitere Schulen in Hanau, aber auch im gesamten Main-Kinzig-Kreis, bereits Interesse an einer Teilnahme an besagtem Pilotprojekt bekundet hätten. „Die Resonanz der Schulen bestätigt uns in unserer Auffassung, dass hier ein großer Aufklärungsbedarf besteht, dem auch der Kreis so schnell wie möglich flächendeckend nachkommen sollte“, ergänzt der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Reul und betont, dass die abschließende Entscheidung darüber, ob die Mädchen – im optimalen Fall im Alter zwischen neun und 14 Jahren - tatsächlich geimpft werden, weiterhin in den Händen der Eltern liege. „Dank einer umfassenden Beratung im Vorfeld können die Familien aber aufgrund einer eingehenden medizinischen Fachberatung entscheiden und müssen sich nicht auf Hörensagen oder die oft wenig faktenbasierten Ergebnisse der Google-Suche verlassen.“ Gesundheitsexpertin Leikert weist abschließend noch einmal eindringlich auf die Fallzahlen hin: Jedes Jahr erhalten 5000 Frauen in Deutschland die niederschmetternde Diagnose Gebärmutterhalskrebs. Rund 1600 sterben an dieser Krankheit. Rund 60.000 Frauen werden jährlich operiert, um Krebsvorstufen zu entfernen. Als Auslöser gilt die Infektion mit Humanen Papillomaviren – kurz HPV. Anders als bei vielen anderen Krebsarten ist hier jedoch eine wirksame Prävention möglich, das beweisen auch internationale Studien. In Australien und Großbritannien beispielsweise, wo Schulimpfungen gegen HPV seit 2007 bzw. 2008 landesweit durchgeführt werden - in Australien seit 2013 übrigens auch bei Jungen – sei ein deutlicher Rückgang von spezifischen HPV-Infektionen und eine drastische Reduzierung von Krebsvorstufen und Genitalwarzen zu verzeichnen. Katja Leikert: „Der Krebs unterscheidet nicht nach Parteibüchern. Deswegen sollten bei diesem Thema endlich alle gemeinsam an einem Strang ziehen.“